KREUZBERG: KUNST UND MIGRATION SEIT 1960

Gropius Bau, Berlin

10.09.2026 – 17.01.2027

Kreuzberg ist nicht nur ein Berliner Stadtteil – es ist ein kulturelles Archiv von Bewegung, Ankunft und Veränderung. Seit den 1960er-Jahren haben Migration und künstlerische Praxis den Bezirk auf besondere Weise geprägt. Die Ausstellung im Gropius Bau richtet den Blick auf diese miteinander verflochtenen Geschichten und untersucht, wie Künstler*innen, migrantische Communities und selbstorganisierte Räume neue Formen des kulturellen Lebens hervorgebracht haben.

Dabei geht es nicht um Migration als bloßes gesellschaftliches Thema, sondern um ihre konkrete Wirkung auf die Kunstproduktion. Werke und historische Materialien erzählen von unterschiedlichen Generationen, politischen Erfahrungen und urbanen Lebenswelten und machen sichtbar, wie sich künstlerische Sprache verändert, wenn Menschen, Erinnerungen und Perspektiven aufeinandertreffen. Kreuzberg erscheint dabei weniger als festgelegter Ort denn als ein fortwährend ausgehandelter kultureller Raum.

Gerade darin liegt die Aktualität der Ausstellung: Sie betrachtet Kunstgeschichte nicht aus der Perspektive etablierter Institutionen allein, sondern fragt danach, welche Geschichten entstehen, wenn Menschen ihre eigenen Räume schaffen und ihre eigene Gegenwart formulieren. Kreuzberg wird so zum Beispiel dafür, wie Migration nicht nur eine Stadt verändert, sondern auch ihre Bilder, ihre Kunst und letztlich ihre Vorstellung davon, was Kultur sein kann.

Birlik Tiyatrosu, „Menschenlandschaften aus unserem Land“, ca. 1980. Sammlung FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum. CC BY-SA 4.0.

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